Archiv für den Monat April 2015

Erfahrungen mit Tablets im Unterricht

Recherchiert man im Netz über Erfahrungen mit dem Einsatz von Tablets im Unterricht findet man verschiedene Voten.

Bardo Herzig, Medienpädagoge an der Universität Paderborn, sagt: „Die eine repräsentative Studie, die zeigt, dass Schüler mit digitalen Medien grundsätzlich besser lernen, gibt es nicht.“
[http://www.zeit.de/2013/30/digitaler-unterricht-tablet-pcs]

oder

„Ob die Digitalisierung den Unterricht wirklich verbessert, ist allerdings umstritten. Man braucht gar nicht den Thesen des Hirnforschers Manfred Spitzer zu folgen, der in seinem neuesten Buch die Auffassung vertritt, E-Learning behindere die kreative Entfaltung und Bildung der Schüler und führe zu schleichendem Gedächtnisverlust (Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen, Droemer Verlag)“. [http://www.zeit.de/digital/internet/2012-08/unterricht-schule-netbooks]

Ist es vielleicht so, dass man Tablets im Unterricht einfach benutzt, um mit der Zeit zu gehen?

„Es kann nicht sein, dass es eine Mauer gibt zwischen einem Alltag, in dem die Schüler von Medien umgeben sind, und Schulen, in denen noch gelernt wird wie vor 20 Jahren.“
[http://www.zeit.de/2013/30/digitaler-unterricht-tablet-pcs]

Sind es vielleicht eher die Lehrer (bzw. Eltern) die sich die Erlösung von schwierigen schulischen Situation erhoffen? Löst das iPad vielleicht Motivations- und Disziplinprobleme der SuS einfach in Wohlgefallen auf?

„Über die Ländergrenzen hinweg ergab sich: 71 Prozent der Befragten fanden, dass der Einsatz von Netbooks die Lernmotivation fördere. Das meinten vor allem die Lehrer (80 Prozent) und Eltern (75 Prozent), während die Schüler selbst nur zu 58 Prozent dieser Meinung waren. Über 60 Prozent der Lehrer in allen Ländern hatten nach einem Jahr Netbook-Einsatz den Eindruck, dass sich die Atmosphäre in der Klasse und die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern verbessert hätten und das Lernen individueller geworden sei: Die Schüler hätten besser in ihrem eigenen Tempo arbeiten und ihren eigenen Interessen folgen können.“ [http://www.zeit.de/digital/internet/2012-08/unterricht-schule-netbooks]

Das kann doch nicht ein Argument sein? Die „Erwachsenen“ beurteilen also die Situation positiver als die Betroffenen. Das einzige was zählt, ob der Einsatz von Tablets den Unterricht verbessert bzw. den Lernerfolg und Motivation von SuS steigert.

Ist diese wirre „Wandtafel“ wirklich hilfreich?

„Die Tablet-Klassen der Waldschule wurden zum Projektstart in einer Fallstudie der TU Dortmund wissenschaftlich begleitet. Über drei Monate lang wurden digitale und analoge Klassen im Unterricht beobachtet sowie Lehrer und Schüler interviewt. Es zeigte sich, dass die Tablet-Schüler vor allem bei der Internetrecherche und der Vorbereitung von Präsentationen im Vorteil waren, weil sie beides verstärkt trainierten.“ [http://www.zeit.de/2013/30/digitaler-unterricht-tablet-pcs]

Die Vorteile sind also auf ein paar Bereiche beschränkt: es kann nicht bewiesen werden, dass ein Tablet alle herkömmlichen Werkzeuge wie Bücher oder Kugelschreiber einfach ablösen kann. Also weiter skeptisch abwarten…

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Game-based Learning mit dem iPad

Unter dem Begriff Game Based Learning (GBL) wird die Anwendung von computer- oder internetbasierten Spielen zu Lehr- und Lernzwecken verstanden.

Schaue ich mir Game-based Learning Apps an (z.B. http://www.teachthought.com/), so stelle ich fest, dass diese eher für die Unterstufe gedacht sind (simple Mathematikaufgaben, Buchstabieren, etc.) Gibt es auch Apps für die Sekundarstufe II? Auf http://www.seriousgames.de/ werde ich fündig: z.B. bei Corporate Games in der kaufmännischen Bildung. Es werden auch bei uns Projektwochen durchgeführt, in denen die Klassen mit einer Computersimulation das Führen einer eigenen Unternehmung mit vielfältigen Entscheidungsmöglichkeiten „spielen“ können.

Weiter findet man auf SeriousGames.de Links zu Krankenhaussimulation, zu einem virtuellen Autohaus, etc. Leider finden sich viele bei denen ein Windows-Programm installiert werden muss oder Flash benutzt wird. Fällt also weg für die meistverbreiteten Tablet-Typen.
Web-basierte Lernspiele auf Sek II-Niveau finde ich wenige.

Auf Educa findet sich eine weitere Linksammlung, obwohl ich mich frage, was ein Spiel wie Sim City da zu suchen hat. Vielleicht bin ich wieder zu engstirnig. Und wieder frage ich mich, warum muss sich der Lehrer und seine Unterrichtsplanung an das Freizeitverhalten der SuS anpassen? Auch ich spiele ab und zu ein Computerspiel, also habe ich sicher nichts dagegen, dass man dass in seiner Freizeit zu tun. Spiele, die einen Sachverhalt der Wirklichkeit abbilden, welcher etwas mit dem Lehrziel zu tun hat, sind sicher hilfreich. Ökonomische Planspiele für Kaufleute, virtuelle Autohäuser für angehende Autoverkäufer, etc. also eher „trockene“ Simulationen sind sicher sinnvoll. Aber Spiele, die mehr etwas mit Unterhaltung und Ablenkung zu tun haben, haben meiner Meinung nach nichts im Klassenzimmer zu suchen.

Die Möglichkeiten mit Learning-Apps sind spannend. Da es zahlreiche Apps gibt, finde ich für verschiedene „Büffel“-Aufgaben (das reine Pauken) verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. Dies werde ich nach den Sommerferien mit neuen Klassen sicher das eine oder andere Mal anwenden. Diese Art des Lernens „unterhält“ die Sus hoffentlich mehr und ich hoffe, dass sich durch die Abwechslung mehr Lerneffekte einstellen.