Archiv für den Monat Mai 2016

Bildungssystem Schweiz

Ein nächster Versuch, das Bildungssystem der Schweiz zusammenzufassen. V.a. im Hinblick auf die anstehende Modulprüfung in ein paar Wochen. Vieles ist aus den zwei prüfungsrelevanten Büchern entnommen „Unterrichten an Berufsfachschulen“ (Claudio Caduff et. al.) und „Berufsbildung in der Schweiz“ (Emil Wettstein u.a.).

Das Schweizerische Bildungssystem

Das schweizerische Bildungswesen zeichnet sich aus durch:

  • eine hohe Durchlässigkeit: Es gibt verschiedene Wege, in eine Ausbildung oder Schule ein- oder überzutreten oder eine Ausbildung nachzuholen,
  • einen offenen Zugang zu den verschiedenen Bildungsangeboten: Wer über die notwendigen Qualifikationen verfügt, kann grundsätzlich die Ausbildung seiner Wahl absolvieren, bei den Hochschulen kann auch der Ausbildungsort frei gewählt werden. Eine gewisse Einschränkung besteht im Bereich der Berufsbildung aufgrund des Lehrstellenangebotes. An einigen universitären Hochschulen gilt ein Numerus clausus für einzelne Fächer.

Quelle: Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren

Das heisst, über verschiedene Wege und Umwege, sind Abschlüsse auf der Sek II- und Tertiärstufe erreichbar.

grafik_bildung_d-1

Zuständigkeitsbereiche

Die Bildung ist föderalistisch organisiert. Der Bund, die Kantone und Gemeinden teilen sich verschiedene Aufgaben. Interessant für den Lehrplan 21 und Harmos ist besonders, dass die Organisation der obligatorischen Schule bei den Kantonen und Gemeinden liegt. D.h. mit Kinder von einem Kanton in einen anderen zu ziehen, kann manchmal mühsame Konsequenzen haben, da die Systeme nicht kompatibel sind.

zustaendigkeitsbereiche_640_0

Die Regierung und ihre Departemente

bundesrat

Das SBFI gehört zum Departement für Wirtschafts, Bildung und Forschung (WBF).

sbfi

Im SBFI befinden sich die Ämter, welche für uns relevant sind:

  • Berufliche Grundbildung und Maturitäten
  • Höhere Berufsbildung
  • Hochschulen

sbfi_2

Als Beispiel die Organisation des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes Zürich. Wie oben erwähnt, verfügt jeder Kanton über sein eigenes Amt und Organisation.

mba_zh

Abschlüsse auf Ebene Sekundarstufe II

  • EFZ (3-4 Jahre)
    • Zugang zu Berufsprüfungen, Höheren Fachprüfungen, Höheren Fachschulen und mit Berufsmatura zu Fachhochschulen.
  • EBA (2 Jahre)
    • Für praktisch begabte Jugendliche gedacht
    • Einstieg ins Erwerbsleben
    • Übertritt in eine drei- oder vierjährigen Grundbildung.
  • Berufsmaturität
    • Berufliche Grundbildung mit erweiterter Allgemeinbildung
    • Doppelte Qualifikation: Sie haben einen Beruf und können sich auf dem Arbeitsmarkt präsentieren.
    • Berechtigt zur Zulassung zur ersten Studienstufe (Bachelor) der Fachhochschulen.
  • Fachmaturität
    • Zugang im gewählten Studiengebiet den Zugang zu einer Schweizer Fachhochschule
    • Fachmaturität im Profil ihrer Wahl. Direkter Zugang zu den Studien innerhalb des Berufsfeldes.
  • Gymnasiale Maturität
    • Zugang Hochschulen
    • Mit Berufspraktika auch Besuch beruflicher Schulen möglich

Berufs- und höhere Fachprüfungen

  • Berufs- und höhere Fachprüfung ausschliesslich Prüfung geregelt
  • Zulassungsbedingung: meist ein bestimmtes EFZ und immer eine bestimmte Dauer von Berufserfahrung
  • Interessierte regeln Prüfungsvorbereitung selbst
  • Ausser beim modularen System: erfolgreiche Besuche bestimmter Kurse oder gleichwertige Abschlüsse als Zulassungsbedingung
  • Eidgenössischer Fachausweis nach bestandener Berufsprüfung („Bergführer mit eidge-nössichem Fachausweis“)
  • Eidgenössisches Diplom nach bestandener höherer Fachprüfung („Diplomierter Meis-terlandwirt“)
  • Titel sind geschützt, Name der Träger veröffentlicht, SBFI führt Register

Höhere Fachschulen

  • Junger Schultyp der höheren Berufsbildung
  • Brückenfunktion zwischen Theorie und Praxis
  • Meist 3‘600 Lernstunden, bauen auf EFZ auf
  • Vollzeitstudium oder berufsbegleitend
  • CH: 33 RLPs mit insgesamt 52 Fachrichtungen
  • HF-Abschlüsse in letzten Jahren stark zugenommen
  • Rahmenlehrpläne HF, Seite 73
  • Fachschule monetär höher bewertet als Fachhochschulen, trotzdem Fachschule „Mau-erblümchen“ weil kein international anerkannter Abschluss (Diplom anstatt Bachelor, Master), Forderung nach international kompatibler Titel
  • Finanzierung: HF-Studierende zahlen deutlich mehr als Studierende der Fachhochschule
  • Klare Abgrenzung der Titel: z.B. dipl. Pflegefachfrau HF bzw. Bachelor of Science in Pflege FH)

Fachhochschulen

  • 1995: aus höheren Fachschulen hervorgegangen
  • Berufsmaturität, allenfalls Eignungsprüfung
  • V.a. berufliche Grundbildung, aber auch gymnasiale Maturität mit fachbezogenen Be-triebspraktikum
  • CH: 7 öffentliche, 2 private FHs
  • Bachelor, Master: gleichwertig, aber andersartig
  • Stärker berufspraktisch, weniger grundlagenorientiert

Berufsbildung an den Hochschulen

  • Meist: Bildungsmassnahmen im Rahmen der Sek II
  • Aber: Viele Berufsbildungen erst nach Sek II (postsekundäre Ausbildung, Rahmen der Tertiärstufe A oder B)
  • Berufsqualifizierende Ausbildungen, zu deren Zulassungskriterien die Hochschulreife gehört und die eine erste Berufsqualifikation zum Ziel haben
  • Umfassen mehrere Stufen, Berufsqualifizierung baut auf Studium der wissenschaftlichen Disziplin auf

Einige Typen

  • Fachspezifische Ausbildung an Universität (Rechtsanwalt, Pfarrerin, etc.)
  • Nicht unbedingt fachspezifische Ausbildung an Uni (wissenschaftliche Bibliothekarin, wissenschaftl. Journalist, etc.)
  • Beginn einer fachspezifischen Ausbildung an Uni und nach Abschluss fortgesetzt (Arzt, Mittelschullehrer, etc.)
  • Berufe, die mit abgeschlossener universitärer Bildung erlernt werden (HR-Managerin, Controller, etc.)
  • Aufbauend auf einem Mittelschulbesuch, an Fachhochschule studiert (Dolmetscher, Fachjournalist, etc.)
  • Studiengänge von pädagogischen Hochschulen: Lehrpersonen der Primarschulen, Sek I und Sek II

Pädagogische Hochschulen

  • Eigene Gruppe in Bildungssystematik
  • Pädagogische Hochschulen und weitere Institution der Lehrerbildung
  • Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB IFFP IUFFP)
  • Eidgenössische Hochschule für Sport Magglingen (EHSM)

Berufsbildung

  • Berufsbildung auf Sekundärstufe II und Tertiärstufe angesiedelt
  • Hohe Durchlässigkeit
  • Über 200 Lernberufe
  • CH: eine der tiefsten Jugendarbeitslosigkeit in Europa (direkter Bezug zur Arbeitswelt)
  • Anschluss an Bildungsangebote der berufsbildenden Tertiärstufe (Tertiär B, A – Uni, ETH, Fachhochschulen)
  • BM direkter Zugang zu Fachhochschulen (Ausnahme pädagogische)

Zusammenarbeit zwischen Staat und OdA

In der beruflichen Bildung spielen die Organisationen der Arbeitswelt (OdA) eine gewichtige Rolle. Meist Berufsverbände arbeiten eng mit dem Staat (Bund und Kanton) zusammen, um neue Ausbildungstypen zu definieren und den Ausbildungsweg vorzuschlagen. Dies mündet darin, dass der Staat Gesetze und Verordnungen erlässt und der Kanton diese vollzieht. So werden z.B. die Rahmenlehrpläne vom SBFI definiert (in Zusammenarbeit mit den OdA).

staat_oda

Strategische Zusammenarbeit zwischen drei Partnern

  • Bund – Staatsekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI)
    • Ausführungsorgan des Bundes
    • Strategische Steuerung und Entwicklung Berufsbildung
    • Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Gesamtsystems
    • Erlass der über 200 Verordnungen
    • Anerkennung von Bildungsangeboten der höheren Berufsbildung
    • Berufsbildung und Technologie (BBT) per 1.1.2013 in SBFI aufgegangen
  • Kantone
    • Vollzug (Umsetzung und Aufsicht der Berufsbildung)
    • 26 kantonale Berufsbildungsämter Vollzugsorgane auf kantonaler Ebene
    • Zuständig: Lehraufsicht, Berufsfachschulen und schulische Vollzeitangebote, Berufsinformation- und Berufsberatungsstellen und Lehrstellenmarketing
    • Koordination: Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz (SBBK), Fachkonferenz von Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK).
  • Organisation der Arbeitswelt (OdA)
    • Definieren Bildungsangebote
    • Ausbildungsplätze
    • Entwicklung neuer Bildungsangebote
    • Berufsverbände, Sozialpartner, etc.
    • Beteiligung an Berufsbildung freiwillig

Triale Berufsbildung

  • Betrieb: klassische berufliche Grundbildung (Lehre), kleinere Betriebe Zusammenschluss in Lehrbetriebsverbund
  • Berufsfachschulen: schulische Bildung
    • Beruflicher und allgemeinbildender Unterricht
    • Auch schulische Vollzeitangebote
  • Überbetriebliche Kurse: ergänzend, Vermittlung und Erwerb grundlegender Fertigkeiten, brancheneigenen Lernzentren

Die Berufsmaturität

  • Vorteile der Berufsmaturität aus Sicht der Berufsbildung
    • Bildungsangebot: Anerkennung beruflicher Grundbildung gestiegen
    • Praxis und anspruchsvolle Bildung
    • Brachliegende Potenziale (auch für „Spätzünder“)
    • Weiterbildung: höher Bildungsniveau, desto höher Bereitschaft zur Weiterbildung
    • Berufsbildung als Tätigkeitsgebiet
    • Verschiedene Organisationsformen: BM1 oder BM2
    • Eidgenössische Berufsmaturitätsprüfung: autodidaktische Vorbereitung
  • Warum wählen Jugendliche eine Berufslehre mit Berufsmaturität?
    • Fachhochschulstudium: prüfungsfreier Eintritt, praxisorientierte Alternative zum Gymnasium
    • Berufschancen und materielle Vorteile
    • Passarelle BM – universitäre Hochschulen. Ergänzungsprüfung
    • Andere Hochschulstudiengänge

Die rechtlichen Vorgaben

  • Grundlage Rahmenlehrplan für die Berufsmaturität (RLP-BM) ist Verordnung über die eidgenössische Berufsmaturität (BMV) 2009.
    • Bildungsumfang
    • Stundenanzahl
    • Unterrichtsaufbau
    • Organisation
    • Notengebung, Promotionsbestimmung und Berufsmaturitätsprüfung

Ausrichtung der BM

  • Orientierung in erster Linie am Ziel zur Befähigung zum Studium an Fachhochschule
  • Ausrichtung wird im Notenausweis aufgeführt
    • Technik, Architektur, Life Sciences
    • Natur, Landschaft und Lebensmittel
    • Wirtschaft und Dienstleistungen
    • Gestaltung und Kunst
    • Gesundheit und Soziales

Berufsbildungsverantwortliche

  • Berufsbildnerinnen und Berufsbildner in Lehrbetrieben,
  • Berufsbildnerinnen und Berufsbildner in überbetrieblichen Kursen und vergleichbaren dritten Lernorten, in Lehrwerkstätten und anderen für die Bildung in beruflicher Praxis anerkannten Institutionen,
  • Lehrpersonen für die schulische Grundbildung (für die berufskundliche Bildung, den allgemeinbildenden Unterricht oder den Sportunterricht)
  • Lehrpersonen für die Fächer der Berufsmaturität,
  • Lehrpersonen an höheren Fachschulen
  • Die fachlichen und berufspädagogischen Vorgaben zur Bildung sowie über die betriebliche Erfahrung von Berufsbildungsverantwortlichen sind im Kapitel 6 (Art. 45 – 48 BBG) des Berufsbildungsgesetzes sowie in den Artikeln 40 bis 54 der Verordnung über die Berufsbildung definiert.

Berufsschullehrer/in

  • Berufsfachschullehrer/innen unterrichten an kaufmännischen, gewerblich-industriellen, land- und forstwirtschaftlichen Berufsfachschulen sowie an Berufsfachschulen im Gesundheitsbereich.
  • Unterscheidung Berufsfachschullehrern/-innen für Berufskunde und Berufsfachschullehrern/-/innen für Allgemeinbildung.
  • Berufskundliche Fächer werden von Fachleuten mit dem höchsten berufsfeldbezogenen Abschluss (Höhere Fachprüfung, Höhere Fachschule oder Fachhochschule) unterrichtet. Fächer der allgemeinbildenden Richtung unterrichten Lehrpersonen mit einem universitären Hochschulabschluss. Der allgemein bildende Unterricht an Berufsfachschulen umfasst die Lernbereiche Sprache / Kommunikation und Gesellschaft. Alltagsnah und interdisziplinär werden darin Aspekte wie Arbeit und Ausbildung, Ethik, Identität und Sozialisation, Kultur, Ökologie, Geschichte und Politik, Recht, Technologie und Wirtschaft behandelt – themenorientiert, fächerübergreifend und mit ganzheitlichem Ansatz. Von zentraler Bedeutung ist die Ausrichtung auf die Berufspraxis.
  • Für alle Berufsfachschullehrerinnen und -lehrer gilt, dass sie eine Zusatzausbildung vorweisen müssen, welche ihre Erstausbildung um berufspädagogisch-didaktische Kompetenzen ergänzt. Diese kann am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) in Zollikofen/BE, an der PH Zürich, Abteilung Sekundarstufe II / Berufsbildung (PHZH) oder an der Pädagogische Hochschule des Kt. St. Gallen (PHSG ) absolviert werden. Die anderen PH, sowie die Universität Freiburg bieten in Zusammenarbeit mit dem EHB die Möglichkeit, das Lehrdiplom für Maturitätsschulen mit integrierter berufspädagogischer Qualifikation zu erwerben. Weitere Informationen finden sich auf denr Websites der entsprechenden Ausbildungsinstitution (z.B. Website der PHBern).
  • An fast allen Schulen mit Berufs- und Fachmaturitätsausbildungen können auch Lehrpersonen mit einem Abschluss für die Sekundarstufe II unterrichten. Insbesondere gilt dies für Lehrerinnen und Lehrer für Wirtschaft und Recht an kaufmännischen Berufsfachschulen. Ansonsten benötigen Personen mit einer Lehrbefähigung für Maturitätsschulen – sofern sie über die Empfehlung einer Berufsmaturitäts- oder Berufsfachschule verfügen – eine berufspädagogische Zusatzqualifikation, um eine Lehrbefähigung für Berufsfachschulen zu erhalten.
  • Oft ein Zweitberuf
  • Nicht selten ist Berufsfachschullehrer/in ein Zweitberuf. Meist sind die Lehrpersonen zunächst nebenamtlich an einer Berufsfachschule tätig und bilden sich mit dem Ausbau ihres Pensums entsprechend weiter.

Art. 46 BBG

  • Lehrkräfte für die schulische Grundbildung und die Berufsmaturität verfügen über eine Lehrbefähigung für die Sekundarstufe II mit folgenden Qualifikationen:
    • berufspädagogische Bildung auf Hochschulstufe;
    • Fachbildung mit einem Abschluss auf Tertiärstufe;
    • betriebliche Erfahrung von sechs Monaten.
  • Die Lehrbefähigung für berufskundliche Bildung setzt voraus:
    • einen entsprechenden Abschluss der höheren Berufsbildung oder einer Hochschule;
    • eine berufspädagogische Bildung von:
      • 1800 Lernstunden bei hauptamtlicher Tätigkeit,
      • 300 Lernstunden bei nebenamtlicher Tätigkeit.
  • Für das Erteilen von allgemeinbildendem Unterricht, von Sportunterricht oder von Fächern, die ein Hochschulstudium voraussetzen, ist erforderlich:
    • eine Lehrbefähigung für die obligatorische Schule, ergänzt durch eine Zusatzqualifikation für allgemeinbildenden Unterricht beziehungsweise für Sportunterricht gemäss dem entsprechenden Lehrplan sowie eine berufspädagogische Bildung von 300 Lernstunden; oder
    • eine entsprechende gymnasiale Lehrbefähigung, ergänzt durch eine berufspädagogische Bildung von 300 Lernstunden; oder
    • ein entsprechendes Hochschulstudium, ergänzt durch eine berufspädagogische Bildung von 1800 Lernstunden.1

Tools für Concept Maps

Wir beschäftigen uns gerade intensiv mit Concept Maps, deren Eigenheiten und Erstellung. Natürlich interessiert es mich als IT-affinen, welche Tools für Concept Maps zur Verfügung stehen.

  • CMaps scheint eines der bekannteren zu sein.
  • XMind, obwohl eher für Mind Maps gedacht, kann auch dazu verwendet werden, um Concept Maps zu erstellen.
  • Visone, bei der die Uni Konstanz mitwirkte.
  • yEd von yWorks, auf Java basierend, welches weit mehr Graphen als Concept Maps beherrscht.
  • Auf Wikipedia findet man eine ganze Auflistung von verschiedenen Tools.

Bei den ersten Probeläufen mit den Tools ist es wohl mit vielem: vieles gefällt, vieles funktioniert nicht so wie man es sich vorstellt. Z.B. kleben die Pfeile bei CMaps an den ausgewählten Ecken der Nodes, auch wenn man einen Node verschiebt und der Pfeil sich logischerweise an einen anderen Anker andocken sollte. Das tut er nicht! Ich muss den Andockpunkt manuell anpassen. Sehr mühsam bei grossen Maps, bei welchem man die Anordnung oder das Layout ändern möchte.

yEd von yWorks scheint dort auch nicht mehr auf dem Kasten zu haben, aber es lässt viel mehr Konfigurationen zu und erlaubt auch Container bzw. Gruppierung von Knoten, wenn man das den möchte. Das Schöne an yEd ist jedoch, dass man das Concept Map auch zuerst in Excel erstellen kann und yEd dann als Tool zur Darstellung braucht.

Z.B. wird eine solche Excel-Tabelle

excel

durch Import in yEd zu solch einer Map gerendert.

yed

Aber es wird schwierig, bei einer grossen Objektmenge die Übersicht zu behalten. yEd unterstützt aber auch verschiedene Graph-Model-Sprachen, wie auch GML. Ein Beispiel aus Wikipedia:

graph [
 comment "Das ist ein Beispielgraph."
 directed 1
 id 42
 label "Graph"
 node [
 id 1
 label "A"
 weiteresAttribut 42
 ]
 node [
 id 2
 label "B"
 weiteresAttribut 43
 ]
 node [
 id 3
 label "C"
 weiteresAttribut 44
 ]
 edge [
 source 1
 target 2
 label "Kante AB"
 ]
 edge [
 source 2
 target 3
 label "Kante BC"
 ]
 edge [
 source 3
 target 1
 label "Kante CA"
 ]
]

wird in yEd so dargestellt:

yed2

Wer ansonsten schon mit gerichteten oder ungerichteten Graphen zu tun hatte, wird um Graphviz nicht herumkommen. Ein gerichteter Graph (hier ein Concept Map), das so in Graphviz modelliert wird

digraph G {
 BS [label="Berufsschule"];
 BSL [label="Berufsschullehrer"]
 DL [label="Drei Lernorte"]
 LL [label="Lehrling"]
 UK [label="ÜK"]
 LL -> Lehre [label="absolviert"]
 LL -> DL [label="besucht"]
 Lehre -> DL [label="hat"]
 DL -> BS [label="beinhaltet"]
 DL -> UK [label="beinhaltet"]
 DL -> Betrieb [label="beinhaltet"]
 BS -> BSL [label="beschäftigt"]
 BS -> "Stützkurse" [label="bietet", labelfloat=true]
 Kurscenter -> UK [label="bieten an"]
 CYP -> Kurscenter [label="ist ein"]
}

wird durch dot und den Befehl

dot -Tpdf test.dot -o test.pdf

zu einem solchen Graphen gerendert:

dot

Leider sind die Labels z.T. nicht einfach den Pfeilen zuzordnen. Auch hier: je komplexer das Concept Map, desto weniger sind die Modellierungssprachen geeignet. Besser scheint ein visuelles Tool den Job zu erledigen, wenn auch nicht alles so klappt, wie man das gerne hätte.

Fallstudien

In der letzten Sitzung präsentierten die Gruppen die Ergebnisse ihrer Fallstudien. Es ging darum, einen Lehrberuf vertieft zu bearbeiten. Ein paar Fallstudien waren in den Fragestellungen gleich oder ähnlich, andere unterschieden sich. Mit der Fallstudie hatte jeder ein Rollenspiel durchzuführen, wie z.B. ein Bewerbungsgespräch oder ein Mitarbeitergespräch ablaufen könnte.

präsentation

Jedem gemeinsam war auch, dass es galt herauszufinden, was nötig ist, um ein Lehrbetrieb zu werden. Im Kanton Aargau sind es z.B. folgende Punkte:

  • Interne Ausbildungsverantwortung: es muss eine Person bestimmt werden, welche die Verantwortung für die Ausbildung übernimmt. Diese muss einen Berufsbildner-Kurs absolvieren, welcher mindestens 40 Lektionen dauern muss.
  • Bildungsbewilligung: beim Amt muss eine Bildungsbewilligung beantragt werden. Ein Betriebsbesuch des Amtes entscheidet mitunter, ob diese Bewilligung erteilt wird.
  • Organisation: die Ausbildung muss organisiert und geplant sein. Verschiedene Hilfen und Checklisten stehen für verschiedene Branchen und Lehrgänge zur Verfügung. Die Planung muss in einem Handbuch festgehalten werden.

Ebenfalls mussten alle für ihren spezifischen Lehrgang, verschiedene weitere Informationen recherchieren (Lehrplan, Bildungsverordnung, etc.) Eine gute Anlaufstelle fand ich die Website www.berufsberatung.ch, welche für alle (?) möglichen Ausbildungen die nötigen Informationen bereitstellt.

Visual Facilitating wurde eingesetzt, um Poster für die Präsentation zu erstellen, welche später auch in einem Schönheitswettbewerb prämiert werden. Einige Beispiele…

Buchhändler/in EFZ

buchhaendler

Tierpfleger/in EFZ

tierpfleger

Produktionsmechaniker/in EFZ

produktionsmechaniker

Allen gemeinsam war auch eine abschliessende Auswertung der Zusammenarbeit, der Eignung von Fallstudien für den eigenen Unterricht und mögichen Einsatzorten. Eine Seite mit verschiedenen Infos zu Fallstudien/Case Studies findet sich hier oder auf dem Lehrerfortbildungsserver, wo auch Phasen und Beispiele aufgeführt werden.

Meiner Meinung nach, sind Fallstudien geeignet, die Lernenden dazu anzuleiten, einen möglichsten grossen Blickwinkel auf den „Case“ auszuüben. Wenn ein Thema von verschiedenen Seiten aus betrachtet wird, stellt sich sicher ein grösserer Lerneffekt ein, als wenn nur einseitig eine Problemstellung analysiert wird. Da Fallstudien ihren Ursprung in der Realität suchen, ist sicherlich auch das Interesse grösser, wenn ein Praxisbezug gegeben ist.