Archiv für den Monat Juni 2016

Schlussreflexion

Was wird mir über mich und mein Lernen bewusst, wenn ich das E-Portfolio „studiere“?

Mir wird bewusst, dass wir vieles geleistet haben und uns vertieft mit verschiedenen Aspekten der Berufspädagogik auseinandergesetzt haben. Ich kann mich gut an die vielfältigen Methoden des Dozenten erinnern und so wird auch mir bewusst, wie natürlich auch in der Literatur beschrieben, dass Abwechslung und das Einnehmen verschiedener Perspektiven das Lernen unbedingt fördert.

Was habe ich in Bezug auf meine persönlichen Lernziele erreicht?

Ich unterrichte zwar schon länger an einer Berufsschule, habe mich aber zugegebenermassen mit den Themen wie das Berufsbildungssystem der Schweiz wenig auseinandergesetzt. Natürlich schnappt man „On-The-Job“ so einiges auf, aber ich fühlte mich in diesem Bereich eher unsicher. Eines meiner Lernziele war sicherlich mich in diesem Thema besser zurechtzufinden. Dieses habe ich durch das Literaturstudium sowie den Veranstaltungen und verschiedenen Übungen sicherlich erreicht. Ich denke, ich kann einigermassen kompetent zum Thema Bildungssystem Auskunft geben.

Ein weiteres Lernziel war sicherlich, inwieweit man didaktische Anpassungen für SuS in der Berufsbildung vornehmen muss. Vieles wurde besprochen und demonstriert – vieles nehme ich auch aus dem Literaturstudium mit. Die Einführung in Lernjobs und andere Themen hat sicherlich ihr übriges getan, damit ich diesem Lernziel näher gekommen bin. Weiter dazuzulernen muss man natürlich immer.

Wie hat sich meine Motivation im Verlauf der Ausbildung verändert?

Ich kann nicht sagen, dass sie sich stark verändert hat. Mein Wunsch ist immer noch stark, diese Ausbildung erfolgreich abzuschliessen.

Welche persönlichen Faktoren haben mich in meinem Lernprozess gefördert? Welche behindert? Wie bin ich damit umgegangen?

Praktische Erfahrungen als Lehrpersonen helfen sicherlich – ideal natürlich an einer Berufsfachschule. Wissen lässt sich leichter einordnen und „Aha-Effekte“ stellen sich ein. Ich kann mich jetzt nicht mit Klarheit daran erinnern, dass mich etwas persönliches behindert hat. Natürlich stellt sich ab und zu mal ein Motivationstief ein, so geht es wohl jedem, aber dann sage ich mir: nicht grübeln, Kopf runter und weitermachen. Sobald man mit der Arbeit begonnen hat, stellt sich die Motivation und das Interesse meist von selbst wieder her. Und das Produkt belohnt ja auch (meistens).

Welche äusserlichen Faktoren haben mich in meinem Lernprozess gefördert oder behindert?

Mir fällt nur das Stichwort Arbeitslast ein. Unterrichtet man noch nebenbei, studiert noch ECTS-Punkte nach und erbringt in verschiedenen Kursen Leistungsnachweise, wird es manchmal etwas viel: mehr als man am Anfang des Studiengangs erwartet hat. Aber auch da: es zwingt einem niemand dazu. Man kann jederzeit aufhören. Wie stark der Wille und der Wunsch weiterzumachen ist, entscheidet.

Mit welchen Lernstrategien habe ich den Stoff und die Aufgabestellungen in diesem Modul bewältigt?

Ich setze meist die gleichen Lernstrategien ein: grob sichten und Übersicht gewinnen, eine Struktur erstellen (meistens mit Mindmaps), gezielt lernen und Erkenntnisse mit Zusammenfassungen sichern.

Welche Lernstrategien und- Techniken konnte ich erfolgreich einsetzen, was hat sich weniger bewährt und weshalb?

(siehe oben)

Welche Folgerungen in Bezug auf das persönliche Lernen ziehe ich für weitere Lernprozesse?

Ich kann leider nicht sagen, dass sich meine Lernprozesse für mich bewusst verändert haben. Sicherlich gibt es hier und da kleine Anpassungen: aber die habe ich nicht direkt wahrgenommen. Meine Lernstrategien haben mich bis hier und heute begleitet und meist als erfolgreich herausgestellt. Deshalb ist es schwierig für mich, Gründe zu finden, diese momentan irgendwie anzupassen.

Welche Kompetenzen konnte ich erweitern, ergänzen? Welche neu erwerben?

Ich denke, v.a. im Lerncoaching habe ich einiges dazugelernt. Auch die Nutzung der vorhandenen Ressourcen bezüglich Berufsbildung konnte ich durch den Veranstaltungsbesuch sicherlich verbessern. Ich finde mich besser zurecht und weiss nun eher, wo ich welche Informationen zu welchen Berufen finden kann.

Neue Kompetenzen möchte ich sicherlich in der Unterstützung von SuS „ausserhalb“ des normalen Unterrichts erwerben. Wenn es darum geht, sie bei Lernschwierigkeiten oder sonstigen Problemen zu unterstützen. Auch wenn ich mich da sicherlich noch als stark unterqualifiziert einstufe, konnte mir die Veranstaltung die Richtung zeigen, wohin ich mich bewegen muss, um mich zu verbessern.

Ich habe sicher Kompetenzen in der Unterrichtsgestaltung dazugewonnen. Visual Facilitating, v.a. als Advance Organizer, setze ich nun im Unterricht ein und gestalte das Whiteboard mit den Lernzielen des Tages entsprechend.

Auch die vertiefte Auseinandersetzung mit den Lernjobs gab mir ein weiteres, vielversprechendes Werkzeug an die Hand, um in Zukunft, den Unterricht abwechslungsreicher zu gestalten. Im Zusammenhang mit V&V im kaufmännischen Bereich setzen wir schon eine Art Lernjob ein, aber die Tips aus den Präsenzveranstaltungen helfen mir, die Auftragsstellungen weiter zu verfeinern.

Sehr interessant war auch das MOOC Moodle. Obwohl ich es öfters als User benutzt habe, war dies das erste Mal, indem ich auch als Admin zum Zuge kam. So begeistert ich auch von dem Tool bin, hat es doch Einschränkungen, welche mich enttäuschen. Man kann z.B. kein „Repository“ anlegen, mit Topics, die man in verschiedenen Unterrichtssequenzen immer mal wieder einsetzen möchte. Es geht sicherlich irgendwie mit Import und Export, doch stellt sich das im beruflichen Alltag als fehleranfällig und mühsam heraus. Weiter habe ich es bis heute nicht rausgekriegt, wie man das Schweizer Notensystem anwenden kann – aber diese Option versteckt sich vielleicht einfach gut vor mir.

Wie hat sich der Lernprozess auf meine Unterrichtspraxis ausgewirkt?

Wie vorher erwähnt, setze ich Visual Facilitating nun als Advance Organizer ein, um die Tagesziele der Unterrichtssequenz attraktiver zu gestalten. Durch die Exkursionen wurde mir auch der Berufsalltag der Lernenden näher gebracht – es interessiert mich nun noch mehr als früher, was die Lernenden in der Praxis erleben und wie es ihnen dabei geht. Den Unterricht versuche ich, noch mehr als früher, auf ihre Arbeitswelt auszurichten, in der Hoffnung, dass sich der Lerneffekt verbessert.

Was ich auf jeden Fall verbessern möchte, ist der Einsatz der verschiedenen Online-Tools (z.B. Kahoot). Die Tools, welche Mitstudenten, v.a. bei den Einstimmungen verwendeten, fand ich spannend und mir kamen jeweils gleich Ideen für den eigenen Unterricht. Das Modul hat mir sicherlich geholfen, meinen Horizont in dieser Richtung zu erweitern.

Was ist mir in Bezug auf meine LehrerInnenrolle bewusst geworden?

Durch das Lerncoaching und die lösungsorientierte Heransgehensweise ist mir sicherlich (nochmals) bewusst geworden, dass es meine Rolle ist, die SuS «irgendwo» hinzuführen. Sei es fachlich oder, bei Problemen, hin zu einer Lösung. Auch wenn letzteres noch auf wackligen Beinen steht.

Was sind meine zentralen Erkenntnisse zu den Themen: Lernen, Didaktik, Kommunikation, LernCoaching, Leitungsrolle, Neue Medien, Lernplattformen, E-Portfolio usw.?

Meine zentralen Kenntnisse sind, dass es eine Vielzahl von Methoden und Tools gibt, die die Lehrertätigkeit unterstützen. Natürlich sollten sie eingebettet in einen didaktischen Plan angewendet und nicht rein zum Selbstzweck verwendet werden. Durch die neuen Themen, welche ich kennenlernen durfte, wurde mir wieder bewusst, dass v.a. im Lehrerberuf das Stichwort «lebenslanges Lernen> zentral ist.

Wie umschreibe ich mein Lehrverständnis, meine Rolle? Was hat sich daran verändert? Was möchte ich in Zukunft verändern?

Ich habe mich, und tue dies auch weiterhin, mehr als Coach gesehen: neben der traditionellen Lehrer-Rolle des Classroom-Managements. Mir ist es wichtig, zuerst eine gewisse Lernatmosphäre im Schulraum zu herzustellen und dann mittels selbständig organisiertem Lernen, die SuS „bei Laune zu halten“ und sie zu motivieren: ich agiere im Hintergrund als Coach und mache auch immer wieder auf das Ziel aufmerksam.

Mein Lehrverständnis hat sich durch das BP-Modul nicht revolutionär geändert. Mir wurden Werkzeuge an die Hand gegeben, um mich in dieser Richtung weiterzuentwickeln. Die vermehrte Auseinandersetzung mit der beruflichen Welt der Lernenden hat sicher meine Perspektive und Annahmen verändert. Die Exkursionen und die vertiefte Auseinandersetzung mit einigen Bildungswegen, haben mir noch mehr als vorher gezeigt, auf was ich die SuS eigentlich vorbereite und was genau meine Rolle als Lehrperson ist.

In Zukunft möchte ich noch mehr als jetzt, den beruflichen Alltag in meine Unterrichtspraxis miteinbeziehen, so dass der Lernort Schule nicht als nur als notwendiges, mühsames Beigemüse empfunden wird, sondern den SuS tatsächlich aufzeigt, was die schulischen Lernanstrengungen für Auswirkungen auf ihre Berufspraxis mitbringen.

Was sind meine nächsten Lernschritte?

Ganz profan: ich werde mich vermehrt nun auf die Modulprüfung vorbereiten. Ich habe noch ein weiteres Jahr Studien vor mir: meine Perspektive ist deshalb momentan sehr eng und fokussiert auf den weiteren Verlauf.

Was ich sonst noch zu sagen habe zu diesem BP-Modul

Das BP-Modul ist sicher ein sehr interessantes und facettenreiches Modul. Auch das der „Unterricht“ ab und zu ausserhalb durch Exkursionen stattfand, hat dazu beigetragen, dass es selten langweilig wurde. Ich hätte mir noch mehr die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Lehrplänen und das Herunterbrechen auf den Unterricht gewünscht. Nicht spezifisch, sondern allgemein vermittelt. Welche Grundsätze sind bei der beruflichen Bildung besonders zu beachten? Wie unterscheidet sich dieser vom gymnasialen Unterricht? Das Kennenlernen verschiedener Tools hat sicherlich meinen Horizont erweitert und mich dazu befähigt, meinen Unterricht weiter zu verfeinern. Sicherlich liegen die Interessen aller Teilnehmer verschieden, doch finde ich, dass ein gutes Mass gefunden wurde, so dass alle etwas für ihren beruflichen Alltag mitnehmen konnten.